Schließung der Geburtsabteilung in Kamenz beabsichtigt

verfasst am 28.04.2026

Schließung der Geburtsabteilung in Kamenz beabsichtigt

Mit großer Sorge und großem Unverständnis haben wir von der unerwarteten Schließung der

Geburtsabteilung im Kamenzer Krankenhaus St. Johannes erfahren.

Es ist geplant, die Geburtsabteilung Ende Mai 2026 zu schließen. Diese Entscheidung trifft

die Stadt Kamenz und den Umkreis zu einem empfindlichen Zeitpunkt und hat tiefgreifende

Auswirkungen für werdende Familien und das medizinisches Personal. Das Ausbleiben des

Angebots stellt viele werdende Eltern vor große Unsicherheiten. Es sollte ein elementarer

Grundbaustein zur Absicherung der Daseinsvorsorge sein.

Hintergrund sind insbesondere strukturelle Veränderungen im Gesundheitswesen sowie die

demografische Entwicklung im Einzugsgebiet. In den vergangenen Jahren sind sowohl die

Geburtenzahlen als auch die Fallzahlen deutlich zurückgegangen. Gleichzeitig steigen die

Anforderungen an Qualität und Personal. Diese Faktoren machen eine Fortführung der

stationären Versorgung in der bisherigen Form nicht mehr möglich.

Die Schließung erfolgt ausdrücklich nicht aus qualitativen Gründen. Die Klinik für

Gynäkologie und Geburtshilfe hat über viele Jahre hinweg eine zuverlässige und hochwertige

Versorgung für die Region sichergestellt. Zahlreiche Familien wurden hier in einer besonders

sensiblen Lebensphase begleitet.

„Diese Entscheidung fällt uns sehr schwer“, betont die Klinikleitung. „Unser besonderer Dank

gilt den Hebammen, Ärztinnen und Ärzten sowie Pflegekräften, die mit großem Engagement,

hoher Fachlichkeit und viel Menschlichkeit für unsere Patientinnen da waren und diesen

Bereich geprägt haben.“

OB Preuß und die CDU-Landtagsabgeordnete Elaine Jentsch haben umgehend das Gespräch

mit der Geschäftsführung des Krankenhauses gesucht, um für Transparenz gegenüber der

Öffentlichkeit zu sorgen. Gleichzeitig werden sie sich mit Nachdruck dafür einsetzen,

kurzfristige Lösungen zur Sicherstellung der Versorgung zu finden und mittelfristig eine

Wiederaufnahme des Betriebs oder gleichwertige Alternativen zu prüfen.